Heizöl bald teurer? Eskalation am Golf feuert Nachfrage an

Der ungeklärte Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman ist auch am Freitag das Top-Thema am Ölmarkt und dürften die geopolitische Lage über das Wochenende hinaus prägen. Interessant ist, dass die Börsen den Vorfall bisher offenbar gelassen sehen. Die Ölpreise sind in einer ersten Reaktion kaum gestiegen und entwickeln sich am Freitagvormittag sogar leicht rückläufig. Der Teuerungseffekt bei den inländischen Heizölpreisen fällt mit durchschnittlich 0,2 Cent bzw. Rappen je Liter ebenfalls gering aus. Die Heizölpreise notieren weiter in der Nähe des bisherigen Jahrestiefs. Was bleibt, ist die Sorge um eine Aufwärtsbewegung bei Heizöl und Benzin in der kommenden Woche.

Die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman waren gestern ausschlaggebender Impuls für die Preisrallye an den Börsen und bremsten die Abwärtsbewegung der letzten Wochen vorerst ab. Betroffen ist ein Tanker der Hamburger Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement, der Methanol geladen hatte und ein weiterer Tanker des norwegischen Unternehmens Frontline mit 75.000 Tonnen Rohbenzin, das für Japan bestimmt war. Die Ölpreise schossen infolge dessen über vier Prozent nach oben, können aber am Freitag nicht an die Vortagsgewinne anknüpfen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent notierte im frühen Handel bei 61,50 US-Dollar, das Fass der amerikanischen Sorte WTI bei 52,40 Dollar. Die Kurse tendieren damit wieder in Richtung der Tiefs, die zu Wochenbeginn aufgrund der erwarteten konjunkturell bedingten Nachfrageschwäche markiert wurden.

Die entscheidende Frage für die Ölpreisentwicklung in den kommenden Wochen wird nun sein, ob und wie sich der Konflikt am Golf zuspitzt. Als mutmaßlicher Urheber der Anschläge auf die Schiffe gilt der Iran. Bereits im Mai gab es einen sehr ähnlichen Vorfall, der geopolitisch im Sande verlaufen ist. Nun stehen insbesondre die USA unter Zugzwang. Durch die Vielzahl betroffener westlicher Industrienationen wächst gleichzeitig der Druck auf internationale Staatengemeinschaft. Die Provokation, die eine Reaktion auf die neuen Iransanktionen von US-Präsident Trump nahelegt, scheint durchdacht und sehr gelungen.

Heizölkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben das Wochenende Zeit, um auf Nummer Sicher zu gehen und tun dies offenbar in großer Zahl. Die Öl- und Heizölpreise verharren am Tiefpunkt und die Zahl der Onlinebestellungen steigt bereits seit Donnerstagnachmittag erneut stark an.

Börsendaten
  Freitag
14.06.2019 - 12:26 Uhr
Schluss Vortag
13.06.2019
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
61,02 $
pro Barrel
61,35 $
pro Barrel
-0,54%
Gasöl 556,00 $
pro Tonne
557,25 $
pro Tonne
-0,22%
Euro/Dollar 1,1270 $ 1,1277 $ -0,06%
(konstant)
USD/CHF 0,9954 CHF 0,9938 CHF +0,16%
(konstant)
Deutschland 63,72 € 63,91 € -0,29%
Österreich 72,93 € 72,69 € +0,33%
Schweiz 84,87 CHF 84,65 CHF +0,25%
4-Wochen-Prognose
Rohöl leicht steigend
Heizöl leicht steigend
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